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Die
schottischen Könige
Kenneth
I.
(Cinaed mac Ailpin)
König von Schottland
von 843 bis 859
(Königshaus ALPIN)
Im Jahre 839 besiegen die Pikten die Skoten und töten
deren König Alpin. Doch auch der letzte piktische König
Eoghoun, kommt bei einem Angriff der Wikinger, welche das
Land zur gleichen Zeit plündern, ums Leben. Alpins
Sohn Kenneth I. (Cinaed mac Ailpin) führte darauf hin
eine Invasion in das nun führerlose Piktenland. Sein
Anspruch begründete sich auf mütterlicher Erbfolge,
die im Piktenreich gültig war. In den irischen Annalen
hieß das neu entstandene Reich noch bis ins 10. Jh.
Königreich der Pikten, während das vereinigte
Reich sich selbst den Namen Alba gab. Später versucht
Kenneth sechs mal in Lothian einzufallen, doch der Erfolg
bleibt ihm versagt. Er verlegt das Zentrum des Königreichs
von Dal Riata in den piktischen Osten und legt den Stone
of Destiny (Stein des Schicksals) in Scone nieder, wo er
zum König gekrönt wird. Kenneth läßt
die Reliquien des heiligen St.Columba von der Insel Iona
nach Dunkeld bringen (943 werden sie durch König Constantine
II. nach St.Andrews verlegt).
Donald
I.
(Domhnall III. mac Ailpin)
König von Schottland
von 859 bis 863
(Königshaus ALPIN)
Nach dem Tod von Kenneth I., wird die Krone an seinen Bruder
Donald I. (Domhnall III. mac Ailpin) übergeben. Von
nun an werden die Könige aus der königlichen Familie
gewählt. Donald schaffte es, mehr und mehr des skotischen
Stammesrechts im Piktenreich umzusetzen. Er starb eines
natürlichen Todes bei Perth.
Konstantine
I.
König von Schottland
von 863 bis 877
(Königshaus ALPIN)
Kenneths Sohn Konstantin hatte vermehrt mit Wikingereinfällen
zu kämpfen, die weite Teile des Landes lähmten.
Er fiel in einer Schlacht gegen die Dänen.
Aodh
(Aedh)
König von Schottland
von 877 bis 878
(Königshaus ALPIN)
Aedh war nur kurz König des Reiches. Er wurde von seinem
Cousin, einem Sohn Donalds getötet.
Eochaidh
(Eocha)
König von Schottland
von 878 bis 889
(Königshaus ALPIN)
Eochaid, einem Enkel von Kenneth gelang es, die Grenzen
des Königreiches Alba nach Norden zu erweitern. Kurz
vor seinem Tode wurde er abgesetzt.
Donald
II.
(Domhnall IV)
König von Schottland
von 889 bis 900
(Königshaus ALPIN)
Donald war der erste Herrscher, der "Ri Albain",
also König von Schottland genannt wurde. Er war ein
Sohn von Konstantin I. und wird als rauh und verschlagen
geschildert. Er ist einer der ersten Könige, der auf
Iona begraben wurde.
Konstantin
II.
König von Schottland
von 900 bis 942
(Königshaus ALPIN)
Konstantin war ein Sohn von Aedh. Nach einer erfolglosen
Invasion von Northumbrien mußte Konstantin sich dem
englischen König Edward dem Älteren, einem Sohn
von Alfred dem Großen, unterwerfen. Nach dessen Tod
zog Konstantin weit nach Süden, um die plündernden
Wikingerhorden aufzuhalten, die das Königreich York
eingenommen hatten. Ihm gelang es, die Wikinger 918 am Ufer
des Tyne zum Stehen zu bringen. Das nun neu für Schottland
beanspruchte Gebiet war der Auslöser für den Kampf
um die schottische Südgrenze, der sich Jahrhunderte
hinzog. Der englische König Athelstan sah sich als
König und Caesar von ganz Britannien und versuchte
seinen Anspruch mit Waffengewalt durchzusetzen. Er schlug
Konstantin 937 bei Brunanburh. Seine Nachfolger konnten
den imperialen Anspruch Englands allerdings nicht mehr aufrechterhalten.
Malcolm
I.
(Maelcolaim)
König von Schottland
von 942 bis 954
(Königshaus ALPIN)
Malcolm war der Sohn Donalds II. Er starb während einer
Schlacht gegen Moray und wurde in Iona beigesetzt. Er schloß
mit Athelstans Nachfolger Edmund ein Bündnis, da dieser
auch stark von Norwegen und Dänemark bedrängt
wurde. So gelangten Strathclyde und Cumbria unter schottische
Herrschaft.
Indulph
König von Schottland
von 954 bis 962
(Königshaus ALPIN)
Indulph (auch Indulf) war ein Sohn Konstantin II.. Er besiegte
961 den Dänenkönig Eric in der Schlacht von Bauds
on the Muir of Findochty. Wie sein Vater dankte auch er
ab und ging in ein Kloster.
Duff
(Dubh)
König von Schottland
von 962 bis 967
(Königshaus ALPIN)
Duff war der Sohn Malcolms I. und Vater Kenneth III. Er
starb in einer Schlacht gegen die Wikinger.
Colin
(Cuilean)
König von Schottland
von 967 bis 971
(Königshaus ALPIN)
Colin war ein weiterer Enkel von Kenneth I. und der Sohn
Indulfs. Er wurde bei Fettercairn in einem Hinterhalt ermordet.
Kenneth
II.
(Cinaed mac Maelcoluim)
König von Schottland
von 971 bis 995
(Königshaus ALPIN)
Kenneth war ein Sohn Malcolms I. Von Beginn seiner Regierungszeit
an führte Kenneth Krieg gegen die Angelsachsen, insbesondere
gegen die Earls von Northumbria, die das südliche Schottland
besetzt hielten, sowie gegen die Wikinger, die Schottland
nördlich des Flusses Spey kontrollierten. Auch wenn
Kenneth mit seinen Kriegen gegen Sachsen und Wikinger keinen
Erfolg hatte, konnte er doch das starke Königtum in
Mittelschottland konsolidieren.
Konstantin
III.
König von Schottland
von 995 bis 997
(Königshaus ALPIN)
Konstantin, der Sohn Colins, war der Nachfolger Kenneths
II. den er ermordete. Nach kurzer Herrschaft wurde er von
Kenneth III. erschlagen.
Kenneth
III.
König von Schottland
von 997 bis 1005
(Königshaus ALPIN)
Kenneth huldigte dem neuen König Edgar von England
nach seiner Krönung, erhielt aber formell das anglische
Lothian zwischen Forth und Tweed von ihm zu Besitz. Kenneth
wurde von seinem Nachfolger Malcolm getötet.
Malcolm
II.
König von Schottland
von 1005 bis 1034
(Königshaus ALPIN)
Malcolm siegte 1018 bei Carham über die Angeln und
brachte Lothian nun endgültig unter schottische Herrschaft.
Der letzte Kleinkönig von Strathclyde starb im selben
Jahr. Herrscher wurde hier Malcolms Enkel und Erbe, Duncan.
Sechzehn Jahre später wurde Duncan Nachfolger Malcolms.
Duncan
I.
(Donnchadh mac Crinan)
König von Schottland
von 1034 bis 1040
(Königshaus DUNKELD)
Nach einer sehr kurzen und wohl ungeschickten Herrschaft
wurde Duncan von Macbeth, dem Mormaer (etwa: earl) von Moray
getötet. Macbeth, verheiratet mit Gruoch, einer Enkelin
des ermordeten Königs Kenneth III., und selbst von
königliche Abkunft (aus der Familie Kenneth I.) ermordete
Duncan wohl aus Rache. Er erhob den Anspruch auf den Thron
für sich selbst und seine Frau und ernannte sich selbst
in Scone zum König.
Macbeth
König von Schottland
von 1040 bis 1057
(Königshaus DUNKELD)
Die Regierung von Macbeth wird in der Literatur und in der Legende
als eine Zeit beschrieben, die von Gewalt und Chaos geprägt war.
Statt dessen scheint Macbeth ein weiser Monarch gewesen zu sein, der
Schottland über siebzehn blühende Jahre erfolgreich und
friedlich regierte und 1050 sogar eine Pilgerreise nach Rom unternahm.
Duncans Sohn Malcolm lebte im Exil am Hof des englischen Königs
Edward des Bekenners. Da er nie den Anspruch auf den Thron aufgegeben
hatte, unternahm er mit englischer Hilfe den Versuch, das Königreich
seines Vaters zurückzuerobern. 1057 besiegte er Macbeth in offener
Feldschlacht und tötete ihn. Macbeths Sohn Lulach konnte noch
wenige Monate Widerstand leisten, wurde dann aber 1058 erschlagen.
Lulach
König von Schottland
von 1057 bis 1058
(Königshaus DUNKELD)
Lulach übernahm nach dem Tode seines Vaters die Regierung. Er
wurde jedoch bald darauf von Malcolms Truppen aufgegriffen und ermordet.
Malcolm
III.
(Ceann Mor)
König von Schottland
von 1058 bis 1093
(Königshaus CANMORE)
Die Regierung Malcolms bedeutete für Schottland eine historische
Wende. Da Malcolm in England aufgewachsen war, führte seine Regierung
zu einer weitgehenden Anglisierung der Lowlands und der Grenzregion,
die schon sehr englisch geprägt war und führte so das Lehenssystem
in Schottland ein. Malcolms zweite Frau, die englische Prinzessin
Margaret war nach der Eroberung Englands durch die Normannen an den
schottischen Hof geflüchtet und hatte viele Engländer mitgebracht.
Sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht, englischen Lebensstil und englische
Sitten am schottischen Hof einzuführen. Sie kümmerte sich
auch um den schottischen Klerus und versuchte ihm - zu seinem Entsetzen
- die religiösen Bräuche aufzudrängen, die in England
herrschten: Zölibat und Armut. Unter ihrem Einfluß erhielt
das Leben am Hof einen zivilisierten Anstrich und in der Kirche nahm
ein geregeltes Diözesensystem seinen Anfang. Margaret wurde um
die Bemühungen für die Kirche später heilig gesprochen.
Malcolm starb, als er während eines Angriffs auf Northumberland
aus dem Hinterhalt getötet wurde. Der Einfluß Margaretes
stieß bei vielen schottischen Clanführern auf Ablehnung,
die sich nach Malcolms Tod zu einer Rebellion ausweitete. Margarete,
ihr Stiefsohn Duncan (der spätere König Duncan II.) und
ihre englischen Berater wurden aus dem Land vertrieben. Nachfolger
wurde sein Bruder Donald, der anders als Malcolm den Engländern
eher feindlich entgegen stand.
Duncan
II.
König von Schottland
1094
(Königshaus CANMORE)
Malcolms Sohn Duncan befand sich bei dem Tod seines Vaters in England
und mußte zuerst seinen Onkel Donald Ban verdrängen, der
auf dem schottischen Thron saß. Der neue anglonormannische König
war mit der Politik Donald Bans, der während der Regierungszeit
Malcolms auf den Hebriden weilte und dort eher keltischen als englischen
Einflüssen ausgesetzt war, sehr unzufrieden und schickte Duncan
nach Schottland, damit dieser Donald vom Thron stürzen sollte.
Dies gelang ihm auch. Malcolms Sohn konnte sich dennoch nicht lange
durchsetzen, denn er wurde bald darauf erschlagen.
Donald
III.
(Donald Ban)
König von Schottland
von 1093 bis 1097
(Königshaus CANMORE)
Nach dem Tode seines Neffen wurde Donald erneut König. Seine
Versuche, den anglonormannischen Einfluß aus Schottland heraus
zuhalten scheiterten. 1097 verjagte eine anglonormannische Streitmacht
Donald Ban und machte Duncans Halbbruder Edgar zum König.
Edgar,
the Peaceable
(der Friedliche)
König von Schottland
von 1097bis 1107
(Königshaus CANMORE)
Edgars Politik suchte wieder die Nähe zu England. Mehr Normannen
als je zuvor wurden in seiner Herrschaft im Süden des Landes
angesiedelt und das Lehnsystem wurde erweitert. Edgar handelte nach
dem Prinzip "wer mir hilft, dem helfe ich". Kurz nach seiner
Regierungsübernahme überließ er Magnus Barfuss von
Norwegen formell die Hebriden und Kintyre, das die Norweger schon
eigentlich lange in Besitz hatten. So wurde St. Columbas heilige Stätte,
Iona, der Begräbnisplatz der schottischen Könige, norwegisches
Gebiet.
Alexander
I., the Fierce
(der Wilde)
König von Schottland
von 1107 bis 1124
(Königshaus CANMORE)
Alexander wurde 1107 nach Edgars Tod König von Schottland. Er
herrschte allerdings nur über das Land zwischen dem Forth und
dem Spey, überließ Argyll, Ross und sogar Moray sich selbst,
während sein jüngerer Bruder David mit dem Teil Schottlands
betraut wurde, der südlich des Forths lag. Seine Schwester war
die Frau den englischen Königs, während er selbst dessen
Tochter geheiratet hatte. Er war nun gleichzeitig Schwager und Schwiegersohn
des englischen Königs. Der englisch-normannische Einfluß
in Schottland wurde immer größer.
David
I., the Saint 
(der Heilige)
König von Schottland
von 1124 bis 1153
(Königshaus CANMORE)
David war der jüngste Sohn Malcolms III. und wuchs am Hof von
England auf. David übernahm als Earl of Cumbria das südliche
Schottland, während sein Bruder den Norden regierte. Er heiratete
die Tochter des Earl of Northumbria und wurde so zum Earl von Huntington
und gleichzeitig zu einem Vasallen der englischen Krone. Nach dem
Tod Alexanders 1124 folgte ihm David auf dem schottischen Thron nach.
Von 1136 bis 1138 versuchte er vergebens, seine Nichte Mathilde im
Kampf um die englische Krone zu unterstützen. Danach wandte sich
David ausschließlich den Regierungsgeschäften in Schottland
zu. David beendete letztendlich das traditionelle schottische Stammessystem,
indem er ein Feudalsystem nach normannischem Vorbild einführte.
Er stiftete Klöster wie z.B. Melrose, Kelso und Dryburgh und
reformierte das System der schottischen Bistümer. Unter seine
Regierungszeit fällt auch die Ansiedelung verschiedener normannischen
Familien, die große Besitztümer bekamen und in die Regierung
des Staates eingeschaltet wurden. Unter ihnen waren Davids Freunde
de Brus, Walter fitzAlan, de Bailleul oder de Comines, von denen manche
in die königliche Familie einheiraten konnten. Das schottische
Königreich erreichte unter David seine größte Ausdehnung.
David starb am 14. Mai 1153 in Carlisle.
Malcolm
IV., the Maiden
(der Unberührte)
König von Schottland
von 1153 bis 1165
(Königshaus CANMORE)
Malcolm IV. "the Maiden" wurde mit erst 11 Jahren Nachfolger
Davids und damit König von Schottland. Wegen Malcolms Minderjährigkeit
wurde Schottland in eine Krise gestürzt. Sofort nach Malcolms
Einsetzung plünderte der König von Norwegen Aberdeen, der
Lord of Argyll verheerte Glasgow, in Moray herrschten Unruhen und
der englische König Henry II. zwang den jungen Malcolm, Northumbria
wieder an England abzutreten. Malcolm lebte nicht lange. Die Umstände
seines Todes wurden nie genau geklärt.
William
I., the Lion
(der Löwe)
König von Schottland
von 1165 bis 1214
(Königshaus CANMORE)
William war der Enkel von David I. und der Bruder von Malcolm IV.,
dem er auf den Thron nachfolgte. Nach einer Auseinandersetzung mit
König Henry II. von England verbündete William sich 1168
mit Frankreich. Später sollte dieses Bündnis die Auld Alliance
genannt werden. 1173 unterstützte er, mit König Ludwig VII.
von Frankreich, Henrys Söhne bei ihrem erfolglosen Aufstand gegen
ihren Vater. Wilhelm marschierte in Northumberland ein und wurde im
folgenden Jahr in der Nähe von Alnwick von den Engländern
gefangen genommen und in die Normandie gebracht. Um seine Freiheit
wiederzugewinnen, mußte Wilhelm im Frieden von Falaise Henry
als Lehnsherrn über Schottland anerkennen. 1188 ließ sich
Wilhelm durch den Papst die Unabhängigkeit der schottischen von
der englischen Kirche absichern. 1189 annullierte Henrys Sohn und
Nachfolger Richard den Frieden von Falaise; gegen eine beträchtliche
Geldsumme verzichtete er auf alle Ansprüche auf die Lehnshoheit
über Schottland, um einen Kreuzzug bezahlen zu können.
Alexander
II. 
König von Schottland
von 1214 bis 1249
(Königshaus CANMORE)
Williams Sohn Alexander unterstützte den Aufstand der englischen
Barone gegen König John von England, indem er ihnen bei der Durchsetzung
der Magna Charta half. Er erkannte Henry III. von England als seinen
Lehnsherrn an und heiratete 1221 dessen Schwester Johanna. Während
seiner Regierungszeit baute er die Verwaltung seines Landes nach englischen
Vorbild weiter aus. Mit dem Friedensvertrag von York 1237 legten Alexander
und Henry die Grenzen zwischen England und Schottland fest: die Tweed-Solway-Linie,
die aber für die Folgezeit umstritten blieb.
Alexander
III.
König von Schottland
von 1249 bis 1286
(Königshaus CANMORE)
Alexander wurde 1251 mit Margaret, der Tochter Henrys III. von England,
verheiratet. Wegen Alexanders Minderjährigkeit versuchte der
englische König wiederholt, sich in schottische Angelegenheiten
einzumischen. Eine Invasion der Norweger unter König Håkon
IV. konnte Alexander III. durch einen Sieg in der Schlacht von Largs
(1263) erfolgreich abwenden. 1266 zwang er dann den Nachfolger König
Håkons, Magnus VI., die Isle of Man und die Hebriden an Schottland
abzutreten. Die Nachfolge von Alexander, der bei einem Ritt nach Kinghorn
stürzte, trat seine Enkelin Margarete von Norwegen an, da sie
die einzige lebende Nachfahrin Alexanders war.
Margaret,
the Maid of Norway
(die Maid von Norwegen)
Königin von Schottland
von 1286 bis 1290
(Königshaus CANMORE)
Als Alexander III. 1286 starb, ging der Thron an seine minderjährige
Enkelin Margarete von Norwegen. Edward I. von England machte den Vorschlag,
die kleine Margaret mit seinem Sohn zu verheiraten, um so seinen Einfluß
in Schottland zu sichern. Der Heiratsvertag zwischen den beiden wurde
1290 in Birgham geschlossen und ein Schiff wurde nach Norwegen gesandt,
um die kleine Königin abzuholen. Der Vertrag von Birgham sah
vor, das Schottland ein unabhängiges Königreich bleiben
sollte. Edward schlug jedoch vor, das englische Truppen eine Reihe
von Burgen in Südschottland besetzen sollten. Die Schotten wiesen
dieses Angebot empört zurück, da nur allzu deutlich war,
was Edward plante. Die Pläne aller Betroffenen wurden jedoch
durch die Nachricht zunichte gemacht, dass die kleine Königin
auf den Orkney-Inseln gestorben war. Schottland war ohne Thronfolger.
John
Balliol, "Toom Tabard"
("leerer Wappenrock")
König von Schottland
von 1292 bis 1296
(Königshaus BALLIOL)
Durch den Tod Margarets wurde ein Konflikt um die Thronfolge ausgelöst.
Nicht weniger als 13 Nachfahren früherer Monarchen beanspruchten
nun die schottische Krone. Unter ihnen waren Robert Bruce und John
Balliol. Beide waren Edelleute anglonormannischen Ursprungs und stammten
von den weiblichen Nachkommen des jüngsten Sohnes David I. ab.
Edward kam im November 1291 nach Schottland um den Streit zwischen
den einzelnen Prätendenten zu schlichten. Er unterstützte
John Balliol, der sich seiner Ansicht nach als ein fügsamer und
zugänglicher Nachbar erweisen würde, und zwang ihn unter
seine Lehnshoheit. Ein Teil des schottischen Adels erkannte die englische
Oberhoheit in Schottland an. Also konnte Edward, nachdem er in seinem
Vasallenreich ein Heer zusammengezogen hatte, John Balliol zum König
von Schottland erklären. John Balliol blieb allerdings nicht
lange König. Edward forderte von John die Lehnshoheit, die Huldigung
und eine hohe Beteiligung an den Rüstungskosten für den
bevorstehenden Krieg gegen Frankreich. John weigerte sich, schloß
ein Bündnis mit Frankreich und zog nach England. Darauf hatte
Edward nur gewartet. Er marschierte nach Schottland und ließ
sich dort von einer großen Anzahl schottischer Edelleute empfangen,
die in England seine Vasallen waren. Edward marschierte danach nach
Berwick, plünderte die Stadt und metzelte einen großen
Teil der Bevölkerung nieder. Danach zog er weiter nach Dunbar
und schlug Balliol vernichtend. Balliol entsagte der Krone und wurde
in den Tower geworfen. Edward zog durch Schottland, nahm zahlreiche
Burgen - darunter Edinburgh, Stirling, Perth und Elgin - in Besitz
und ließ sich als König huldigen. Auf seinem Weg zurück
nach London führte er den alten Krönungsstein der schottischen
Könige, den Stone of Scone, mit sich, den Fergus of Dalriada
aus Irland sieben Jahrhunderte früher gebracht hatte. Zur Verwaltung
Schottlands setzte er einen Vizekönig und englische Beamte ein.
Schottland war erobert. So schien es jedenfalls.
Robert
I., "the Bruce"
("der Bruce")
König von Schottland
von 1306 bis 1329
(Königshaus BRUCE)
Robert I. beanspruchte den Thron gegen die Wünsche des englischen
Königs und mit der Unterstützung eines Großteils der
schottischen Adeligen und galt als Vorfechter der nationalen Unabhängigkeit.
1306 ermordete Bruce seinen Gegenspieler John "the Red"
Comyn in der Kirche zu Dumfreis und wurde darauf ex- kommuniziert.
Trotz dieses Zwischenfalls wurde er zum König gekrönt. Nach
dem Tod Edward I. (1307) erhob sich Robert the Bruce gegen die englische
Herrschaft, nahm 1314 Edinburgh und schlug Edward II. bei Bannockburn.
Robert verbündete sich mit Frankreich gegen England. Ergründete
seine Regierung auf die Zusammenarbeit mit den Ständen; Robert
galt wohl als einer der größten schottischen Könige
und ein Platz als Nationalheld bleibt ihm für immer in der schottischen
Geschichte sicher.
David
II.
König von Schottland
von 1329 bis 1371
(Königshaus BRUCE)
Nach dem Tode König Roberts I. wurde sein Sohn David II. zu seinem
Nachfolger bestimmt. Da dieser aber erst fünf Jahre alt war,
wurde Thomas Randolph, der Earl of Moray, zum Guardian von Schottland
ernannt. Der Earl wurde, wie schon gezeigt wurde, nicht nur in der
Declaration of Arbroath genannt, sondern war auch Zeit seines Lebens
eine Stütze der königlichen Position gewesen. Außerdem
war er der Neffe König Roberts und so die erste Wahl. Dennoch
konnte er dieses Amt nicht lange Ausüben, da er schon im Juli
1332 starb. Zum Nachfolger von Thomas Randolph wurde Donald, der Earl
of Mar. Wahrscheinlich wurde er nicht aufgrund seiner Fähigkeiten
für dieses Amt ausgewählt, sondern weil er als Cousin des
Königs der nächste männliche Verwandte war. Auch er
blieb nicht lange Guardian, da er schon bald getötet wurde. Das
Königreich Schottland befand sich in einer ähnlichen Situation
wie beim Tode König Alexanders III. und wieder versuchte die
englische Krone, ihren Einfluß in Schottland zu vergrößern.
Bereits ein Jahr später kam es zu einer Rebellion schottischer
Adliger gegen David. Es waren dieselben Männer, die bereits gegen
Robert Bruce und für England gekämpft hatten. Der neue König
Edward III. hatte nur wenig Überredungskünste aufbringen
müssen, als er die Adligen zur Rebellion anstachelte. Die Situation
für das Königtum von David II. hatte sich weiter verschlechtert,
nachdem Edward Balliol, der Sohn König John Balliols I., einen
Aufstand in Galloway anzettelte und sich am 24. September 1332 in
Scone zum König krönen ließ. Obwohl Edward kaum Unterstützung
fand und bald darauf auch geschlagen wurde, befand sich Schottland
nach seinem Putschversuch in völliger Unordnung. Diese Möglichkeit
zur Intervention konnte nun Edward III. von England für sich
nützen. Schon 1332 hatte Edward III. von England dem Schotten
Edward Balliol Unterstützung zugesagt. Im Gegenzug hatte Edward
Balliol den englischen König als Overlord über Schottland
anerkennen wollen und hatte ihm weitreichende Ländereien in Schottland
versprochen, die alle dauerhaft an England übereignet werden
sollten. Zu diesen Ländereien gehörten die Bezirke in Berwick,
Roxburgh, Selkirk, Peebles, Edinburgh und Dumfries, sowie die Wälder
von Ettrick und Jedburgh. Nachdem nun Edward Balliol in Schottland
seine Unterstützung verloren hatte, war die Situation für
den englischen König immer noch günstig, da Schottland ohne
Regierung war und in mehreren Teilen des Landes Aufruhr herrschte.
Es ist schwierig zu schätzen, welchen Rückhalt Edward Balliol
in Schottland gewinnen und in wie weit die Regierungsgewalt von David
II. und seinen Anhängern wiederhergestellt werden konnte, da
die Quellenbasis zu dürftig ist. Jedenfalls hatten die Schotten
Edward Balliol vertreiben können und wahr gemacht, was in der
Declaration of Arbroath propagiert wurde: keinen König zu unterstützen,
der nicht für die schottische Sache einstehen würde. Edward
III. von England nutzte die augenblickliche Schwäche der Schotten
und marschierte 1333 nach Berwick. Das gesamte Lowland stand unter
englischer Kontrolle. David wurde vorsorglich nach Frankreich in Sicherheit
gebracht, neuer Regent wurde Robert Stuart. Er machte sich sofort
daran, die Rebellion zu beenden und das Lowland zu großen Teilen
zurück zu erobern. David kehrte 1341 nach Schottland zurück
und übernahm die Regierungsgeschäfte. England war im Hundertjährigen
Krieg voll in Anspruch genommen - Schottland bekam eine nötige
Ruhepause. Im Jahre 1346 wurden die Franzosen bei Crecy geschlagen
und Frankreich bat Schottland um Hilfe. David griff England erneut
an. Die Schotten wurden bei Neville's Cross bei Durham geschlagen
und David wurde nach der Schlacht gefangen genommen und mußte
die nächsten elf Jahre in englischer Gefangenschaft verbringen.
Wieder standen die Lowlands unter englischen Kontrolle und Edward
Balliol versuchte Glasgow zu erobern. Aber er scheiterte erneut, da
er nicht genug Unterstützung bei den Schotten gewinnen konnte.
Dennoch war für König Edward III. von England die Situation
nicht zufriedenstellend, da die nördliche Grenze Englands immer
noch in Gefahr war und der Druck aus Frankreich anwuchs. Edward Balliol
überließ seine gesamten Titel und Ländereien am 21.
Januar 1356 Edward III. von England, jedoch hatte dies für die
reale politische Situation nur theoretische Bedeutung. So hatte auch
die englisch freundliche Scheinregierung in Schottland ein Ende gefunden.
Edward III. schloß aus diesem Grund mit David im Vertrag von
Berwick 1357 einen zehnjährigen Waffenstillstand und Schottland
mußte ein Lösegeld von 100 000 Marks für David aufbringen,
zahlbar in Raten zu 10 000 Marks - bei einem Jahreseinkommen der Krone
von maximal 15 000 Marks. Der Vertrag löste nicht die Probleme,
die zwischen den Königreichen Schottland und England entstanden
waren und auch nicht die Streitfragen, die durch einen über sechzig
Jahre andauernden Krieg zwischen beiden Ländern aufgeworfen wurden,
aber er brachte einen Waffenstillstand, der über zwanzig Jahre
andauern sollte. Die durch die hohe Summe nun eintretende wirtschaftliche
Krise wurde noch zusätzlich durch die Pest verstärkt. Für
David wurde die Regierungstätigkeit immer schwieriger - die vielen
Probleme schienen unlösbar zu sein. David kehrte Schottland den
Rücken und ging nach England. Dort vereinbarte er mit dem englischen
König, seinen Sohn zum neuen König von Schottland zu machen.
Der schottische Adel lehnte diese Wahl aber völlig ab. Als David
II. im Februar 1371 plötzlich starb, fand die direkte Linie des
Hauses Bruce ein Ende. Nachfolger wurde König Robert II. aus
dem Haus Stewart, der in Davids Abwesenheit Guardian von Schottland
gewesen war und schon von Robert the Bruce zum möglichen Nachfolger
bestimmt worden war.
Robert
II.
König von Schottland
von 1371 bis 1390
(Königshaus STEWART)
Robert war der Sohn von Walter the Steward, der Margery, die Tochter
von König Robert the Bruce geheiratet hatte. Er führte für
Roberts Sohn, König David II. die Regentschaft. Als dieser 1332
vor einer Adelsrevolte flüchten mußte. Robert führte
nun die Regentschaft bis zur Rückkehr des Königs im Jahre
1341. Robert war ein guter und ausgewogen handelnder Regent, aber
ein schwacher König. Mangelnde Autorität und wenig Ansehen
innerhalb des Adels machten ihm die Regierungszeit schwer, die von
Adelskämpfen und Grenzkriegen zwischen den einflußreichen
Adelshäusern gekennzeichnet war. Sein Hauptproblem war die fehlende
Anerkennung innerhalb des alten Adels, der Robert als Emporkömmling
betrachtete. 1390 starb Robert. Nach seinem Tode folgte ihm sein Sohn
auf den Thron.
Robert
III.
König von Schottland
von 1390 bis 1406
(Königshaus STEWART)
Der Sohn König Roberts II. war schon zu Beginn ein unglücklicher
Herrscher. Nachdem er 1385 von einem Pferd getreten wurde und sich
von dieser Verletzung nie richtig erholte, überließ er
die Regierung seinem jüngerem Bruder, dem Duke of Albany. Das
Hauptproblem des Landes waren weiterhin die Unruhen im Adel, die nicht
beendet werden konnten. 1399 entsagte Robert dem Thron. Schottland
war nun die nächsten 25 Jahre in der Hand von Regenten. Diese
entluden sich 1406 in den Plänen, den jungen Thronfolger James
zu entführen. Vorsorglich sollte dieser nach Frankreich in Sicherheit
gebracht werden. Das Schiff, das James transportierte, wurde allerdings
von den Engländern aufgebracht und James als Geisel an den englischen
Hof zu König Henry IV. gebracht. Als Robert dies erfuhr, starb
er aus Schock darüber.
James
I.
König von Schottland
von 1406 bis 1437
(Königshaus STEWART)
James war nun zwar der offizielle König von Schottland, tatsächlich
aber achtzehn Jahre in Gefangenschaft in England. Der Duke of Albany,
der wieder die Regentschaft über Schottland ausübte, unternahm
keine Anstrengungen, seinen Neffen zu befreien. Das Fehlen einer starken
Zentralgewalt ermunterte wieder die einflußreichen Adelsfraktionen,
ihre Macht weiter auszubauen. Besonders der Clan Douglas im Süden,
der über riesigen Landbesitz und einer erprobten Armee verfügte,
und der Clan MacDonald, dessen Anführer sich selbst "King
of the Isles" nannte, im Norden führten zu Aufruhr, der
von den Regierungstruppen nur knapp gestoppt werden konnte. Nachdem
König Henry V. von England 1413 gestorben war und England immer
weiter in den Krieg mit Frankreich verstrickt wurde, gelang es James,
nach dem Tode seines Onkels nach Schottland zurückzukehren. James
fand sein Land im Chaos vor. Die Macht der Barone war gefährlich
angewachsen, die Autorität der Krone war in weiten Teilen des
Landes fast bedeutungslos, die Verwaltung befand sich in einem chaotischen
Zustand und überall grassierten Armut, Gesetzlosigkeit und die
Pest. Der junge König begann sofort die Missstände zu beseitigen.
Er ließ den Regenten verhaften und zog seinen Besitz für
die Krone ein. Danach machte er sich daran, die Lowlands und Highlands
von den opponierenden Adelsfraktionen zu befreien. Dazu waren lange
Kämpfe nötig. Aber schließlich erreichte er eine Balance
zwischen dem Adel und der Krone. Nun konnte James im inneren wirken
und das Recht in seinem Land wiederherstellen. Zahlreiche neue Statuten,
Regelungen für die Verwaltung, ein Ausbau des königlichen
Gerichtswesens und eine Neuorganisierung der Finanzen wurden von James
auf den Weg gebracht. Nicht umsonst erhielt er den Beinamen Rex Legifer,
"der Gesetzgeber". Dennoch gelang es ihm nicht, die Adelsopposition
vollständig auszuschalten. Am 20. Februar 1437 wurde James bei
einem Mordanschlag in Perth durch Vertreter des Adels ermordet.
James
II.
König von Schottland
von 1437 bis 1460
(Königshaus STEWART)
James war erst sechs Jahre alt, als er seinem Vater auf den Thron
folgte. In der nun stattfindenden Regentschaft konnte der Adel seine
alten Rechte und Privilegien wieder für sich erneuern. Während
seiner Minderjährigkeit führten vor allem Mitglieder des
Hauses Douglas die Regentschaft. Erst 1449 übernahm James selbst
die Regierung. Seine Pläne für soziale Reformen stießen
auf den Widerstand des Adels; besonders William, der 8. Earl of Douglas,
geriet in Opposition zum König, wurde des Verrats beschuldigt
und schließlich vom König erstochen. 1452 schlug James
einen Aufstand des Hauses Douglas nieder und konfiszierte dessen Besitz.
Anschließend wurde er in die Rosenkriege, den Kampf zwischen
den Häusern York und Lancaster um den englischen Thron, verwickelt.
James fiel 1460 bei der Belagerung von Roxburgh Castle in Schottland,
als neben ihm eine Kanone explodierte, die auf die feindlichen Stellungen
feuerte. Sein Nachfolger wurde sein Sohn James III.
James
III.
König von Schottland
von 1460 bis 1488
(Königshaus STEWART)
James III. war der Sohn James II. und folgte 1460 seinem Vater auf
dem Thron nach. Während seiner Minderjährigkeit führte
ein Regentschaftsrat die Staatsgeschäfte, aber 1469 übernahm
James selbst die Regierung. Durch seine Heirat mit Margarete von Dänemark
im gleichen Jahr erhielt James die Orkney- und die Shetland-Inseln.
Der schottische Adel, inklusive seines Bruders Alexander Stewart,
des Herzogs von Albany, stand in Opposition zu James, nahm den König
deshalb gefangen und hielt ihn im Schloß von Edinburgh in Haft.
Unter dem Herzog von Albany eroberten englische Truppen Berwick und
rückten nach Edinburgh vor. 1487 schloß James mit den Engländern
Frieden. Der schottische Adel lehnte den Friedensschluß ab,
rebellierte daraufhin gegen den König und überredete James
Sohn, den späteren James IV., formal die Herrschaft zu übernehmen.
In der folgenden Schlacht bei Sauchieburn zwischen oppositionellen
Adeligen und Royalisten wurde James besiegt und ermordet. Sein Nachfolger
wurde James IV.
James
IV.
König von Schottland
von 1488 bis 1513
(Königshaus STEWART)
James einte Schottland unter seiner Herrschaft und förderte im
Geist der Renaissance Kunst und Wissenschaft. Als Sohn von James III.
mußte er erst die Adelsrevolte beseitigen die seinem Vater das
Leben gekostet hatte. Er benötigte nur drei Monate um in seinem
Land wieder Frieden herzustellen. James verstärkte die schottische
Flotte, förderte den Handel und reformierte die Rechtsprechung.
Er unterstützte Perkin Warbeck, einen Anwärter auf den englischen
Thron, und fiel 1495 zugunsten Warbecks in England ein. Zwei Jahre
später schlossen England und Schottland einen siebenjährigen
Waffenstillstand. James heiratete 1503 Margaret Tudor, die älteste
Tochter Henry VII. von England - diese Heirat führte letztendlich
zur Vereinigung der Kronen von England und Schottland. Als 1509 Henry
VIII. den englischen Thron bestiegen hatte, verschlechterten sich
allerdings die Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Schottland
war traditionell ein Verbündeter Frankreichs, und während
des Krieges zwischen England und Frankreich 1513 griff James zugunsten
Frankreichs in England ein. Nach einigen Anfangserfolgen erlitt James
in der Schlacht bei Flodden am 9. September 1513 eine Niederlage.
James selbst fiel in der Schlacht, sein Nachfolger wurde sein Sohn
James V.
James
V.
König von Schottland
von 1513 bis 1542
(Königshaus STEWART)
James V. war beim Tod seines Vaters ein Kleinkind, das noch kaum laufen
konnte. Seine Mutter Magaret Tudor, die die Fehler der Tudors ohne
deren Verstand besaß, war gegenüber Schottland von zweifelhafter
Loyalität. Bis zu seinem vierzehnten Lebensjahr wurde Schottland
von Regenten geleitet, die ihr eigenen Interesse mehr verfolgten,
und selbst als James 1526 für regierungsfähig erklärt
wurde, war er ein Gefangener im eigenen Königreich. Doch zwei
Jahre später konnte James - als Stallbursche verkleidet - entkommen
und begab sich nach Stirling, wo er von mehr oder weniger loyalen
Adeligen empfangen wurde. James stellte seine Stellung nach kurzem
Kampf wieder her und ordnete auch die Verhältnisse in seinem
Land. Die Ruhe sollte jedoch nicht lange vorhalten. Henry VIII. von
England versuchte, Schottland ebenso wie sein eigenes Land protestantisch
zu machen. James lehnte dies jedoch ab. Als 1542 einige irische Häuptlinge
James die Krone anboten, fiel Henry in den Borders ein und ließ
sich zum obersten Lehnsherrn Schottlands ausrufen. James, der selbst
schon krank war und dazu noch mit dem Adel in Streit lag, konnte nur
ein kleines Heer unter seinem Favoriten Oliver Sinclair nach England
schicken, das in Solway Moss geschlagen wurde. James zog sich nach
der Niederlage nach Falkland zurück, um dort von der Geburt seiner
Tochter Mary zu erfahren. Dies gab dem sterbenden Mann den letzten
Stoß. Er erinnerte sich, wie die Krone durch die Tochter König
Roberts I. an sein Haus gekommen war und sagte: It came with a lass,
and it will gang with a lass. Danach he gave one little laughtir und
viel tot in sein Kissen.
Mary,
Queen of Scots
(Königin der Schotten)
Königin von Schottland
von 1542 bis 1567
(Königshaus STEWART)
Gleich von Anfang an hatte Mary wissen lassen, das sie zwar nicht
die Absicht habe, ihren katholischen Glauben aufzugeben, jedoch auch
nicht daran dachte, ihn ihren Untertanen aufzuzwingen. Sie ging sogar
so weit, sich mit protestantischen Adeligen und Ratgebern zu umgeben.
Sie wollte als Königin der Schotten regieren und nicht als Führerin
einer Partei. Mary wurde am 8. Dezember 1542 in Linlithgow geboren
und bereits wenige Tage später als Nachfolgerin ihres Vaters
zur Königin erhoben. Sie wuchs in Frankreich auf und wurde 1558
mit dem französischen Thronfolger verheiratet, der 1559 als Franz
II. den französischen Thron übernahm, jedoch bereits ein
Jahr später starb. 1561 kehrte Mary nach Schottland zurück,
und obwohl Katholikin, erkannte sie zunächst die bestehende,
von Protestanten geführte schottische Regierung an. Zum leitenden
Minister ernannte sie ihren Halbbruder James Stuart, den sie wenig
später zum Earl of Moray machte. 1565 heiratete Mary ihren Cousin,
den katholischen schottischen Adligen Lord Darnley. Neben der allmählich
immer stärker katholisch geprägten Politik der Königin
stieß diese Heirat bei den Protestanten auf Mißfallen;
sie war das Signal für einen Aufstand des Earl of Moray, der
hoffte, die gesamte protestantische Partei würde sich ihm gegen
die Königin anschließen. Moray wurde in seiner Hoffnung
jedoch enttäuscht, und Mary schlug den Aufstand innerhalb kurzer
Zeit nieder. Wenig später überwarf sich Mary mit Darnley;
sie hatte ihm den Königstitel verliehen, doch nun forderte er
die Krone auf Lebenszeit und, falls die Königin ohne Nachkommen
sterben sollte, den Übergang der Krone auf seine Erben. Marys
Sekretär und Berater war der Florentiner David Rizzio, ein Katholik
und Günstling bei Hofe. Dem König wurde hinterbracht, das
angeblich Rizzio seinem Streben nach der Krone im Wege gestanden sei;
deshalb verbündete er sich mit Moray, Lord Patrick Ruthven, James
Douglas, dem 4. Earl of Morton, und anderen führenden schottischen
Protestanten. Ergebnis dieser Verschwörung war 1566 die Ermordung
Rizzios. Anfang 1567 ließ James Hepburn, der 4. Earl of Bothwell,
der seit Morays Aufstand und noch mehr seit der Ermordung Rizzios
hoch in der Gunst der Königin stand, Darnley ermorden. Eine Mitwisser-
oder gar Mittäterschaft Marys bei Darnleys Ermordung konnte nie
bewiesen werden. Bothwell kam vor ein Scheingericht und wurde freigesprochen.
Wenig später ließ er sich von seiner Frau scheiden und
heiratete Mary, in einer protestantischen Zeremonie. Diese neuerliche
Heirat provozierte Darnleys Partei, die sich sogleich gegen Mary erhob.
Marys Armee war den Truppen der Aufständischen deutlich unterlegen,
und am 15. Juni 1567 wurde ihre Armee bei Carberry Hill besiegt; Maria
musste sich dem aufständischen Adel ergeben. Am 24. Juli 1567
dankte sie zugunsten ihres Sohnes James VI. ab. Am 2. Mai 1568 konnte
Mary aus der Gefangenschaft entfliehen und innerhalb weniger Tage
ein 6 000 Mann starkes Heer aufstellen. Am 12. Mai besiegte Moray
bei Langside in der Nähe von Glasgow Marys Truppen. Allen Warnungen
ihrer engsten Freunde zum Trotz suchte Mary vier Tage später
in England bei ihrer Cousine, Königin Elisabeth I., Zuflucht,
wohl in der Hoffnung, Elisabeth würde sie aus monarchischer Solidarität
unterstützen. Elisabeth ließ sie jedoch gefangen nehmen.
Die bekannteste aller Intrigen zur Befreiung Marys war 1586 die Anthony
Babingtons, des Pagen von Mary, der ein Attentat auf Elisabeth plante;
doch die Verschwörung wurde entdeckt. Mary wurde im Oktober 1586
der Beteiligung an der Verschwörung Babingtons angeklagt und
am 25. Oktober zum Tode verurteilt. Elisabeth unterzeichnete den Hinrichtungsbefehl
erst am 1. Februar 1587; eine Woche später, am 8. Februar, wurde
er ausgeführt.
James
VI.
James I. von England
König von Schottland und England
von 1567 bis 1625
(Königshaus STEWART)
James wurde am 19. Juni 1566 als einziger Sohn der schottischen Königin
Mary Stuart und ihres zweiten Ehemannes Lord Darnley in Edinburgh
geboren. Als Mary 1567 abdanken mußte, wurde James, der selbst
noch ein kleines Kind war, zum König von Schottland proklamiert.
Bis 1576 führten verschiedene Regenten die Staatsgeschäfte,
dann übernahm James nominell selbst die Regierung. Noch bis 1581
blieb der junge König eine Marionette in der Hand politischer
Intriganten. Dann erlangte James mit Unterstützung seiner Vertrauten
James Stuart und Esmé Stuart auch de facto die Herrschaft in
Schottland. Schottland war zu dieser Zeit durch die Auseinandersetzungen
zwischen Protestanten und Katholiken gespalten. 1582 wurde James von
einer Gruppe protestantischer Adliger unter der Führung von William
Ruthven gefangen genommen. Erst ein Jahr später konnte er entkommen.
1586 schloß James im Vertrag von Berwick ein Bündnis mit
seiner Cousine, der englischen Königin Elisabeth I. Durch seine
Heirat mit Anne von Dänemark 1589 näherte er sich zeitweise
den Protestanten an. Nach der Gowrie-Verschwörung 1600 allerdings
unterdrückte James die Protestanten ebenso, wie er es zuvor mit
den Katholiken getan hatte. Er schwächte die Feudalmacht des
Adels durch eine starke Zentralmacht und festigte die Vorherrschaft
des Staates über die Kirche, indem er das Gottesgnadentum für
sich behauptete. Königin Elisabeth starb 1603 ohne Erben; kurz
vor ihrem Tod hatte sie James zu ihrem Nachfolger bestimmt, der als
James I. als Erster aus dem Hause Stuart den englischen Thron bestieg.
1604 beendete er den Krieg Englands gegen Spanien. Ebenfalls 1604
berief James die Hampton Court Conference ein, bei der er eine neue
Bibelübersetzung, die so genannte King James Version, authorisierte
und zugleich die Forderung nach weiterreichenden Reformen zurückwies.
Seine Härte gegen die Katholiken führte 1605 zur Pulververschwörung,
die jedoch vorzeitig aufgedeckt wurde. James unternahm erfolglose
Versuche, den Religionsfrieden in Europa voran zu bringen, indem er
seine Tochter Elisabeth mit Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz
verheiratete, dem Führer der deutschen Protestanten, und indem
er eine Ehe zwischen seinem Sohn Charles und der Infantin von Spanien,
der führenden katholischen Macht, zu arrangieren versuchte. Dieses
Heiratsangebot wurde jedoch von Spanien zurückgewiesen; daraufhin
schloß James eine Allianz mit Frankreich, erklärte Spanien
den Krieg und schürte so das Feuer weiter, das er eigentlich
hatte löschen wollen. James I. starb am 27. März 1625. Sein
Nachfolger wurde sein Sohn Charles I.
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