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Kampf gegen England

Die Erfolge erlaubten Robert the Bruce, die letzten englischen Besatzungen aus den Festungen in Edinburgh, Perth, Dundee, Dumfries und Roxburgh zu vertreiben und sogar Nordengland zu verwüsten. Es war für Edward II. unumgänglich, gegen Schottland militärisch vorzugehen, da er nicht mehr in der Lage war, die nördliche Grenze Englands zu schützen. Als die Schotten Stirling belagerten, mußte Edward reagieren. Er setzte eine große und gründlich ausgerüstete Armee in Marsch, um Stirling entsetzen zu können. Am 24. Juni 1314 erwartete die schottische Armee die Engländer beim kleinen Bach Bannock südlich von Stirling. Die Schlacht bei Bannockburn hatte einen besonderen Charakter. Dies war eine der wenigen Schlachten, in der eine schottische Armee eine englische schlug, die größer als die schottische war und dazu noch vom König von England angeführt wurde. Die Schlacht bei Bannockburn war insofern auch eine Besonderheit, da die schottische Armee zum größten Teil aus Fußtruppen bestand, die in sogenannten Schiltrons organisiert waren, kaum über Kavallerie verfügte und auch keine gleichwertigen Bogenschützen aufweisen konnte. Die englische Armee, die von König Edward II. nach Norden geführt wurde, wird auf 22 000 Fußsoldaten und dazu noch etwa 2000 Reiter geschätzt. Dagegen hatte Robert the Bruce nur etwa 6000 Mann und 500 leicht Berittene zur Verfügung.
Mehrere Faktoren begünstigten die Schotten. Erstens war die Aufstellung der schottischen Armee entscheidend für den Ausgang der Schlacht, da die englische Armee in ihrem traditionellen Vorgehen behindert wurde und nicht wie in Falkirk oder Courtrai ihre volle Kraft gegen den Gegner werfen konnte. Außerdem wird auch König Edward II. für die Niederlage der Engländer verantwortlich gemacht, da er, nicht im Besitz des taktischen Könnens seines Vaters, durch seine Unerfahrenheit den Ausgang der Schlacht beeinflußte. Der Erfolg bei Bannockburn erlaubte König Robert, seine Strategie zu ändern. Aus den Überfällen wurden jetzt größere Invasionen nach Nordengland und die Möglichkeit, auf Carlisle und Berwick massiven Druck auszuüben. Auch eine Invasion Irlands schien jetzt möglich zu sein.
Seit April 1318 hatte sich die Lage Englands entscheidend geändert. Den Schotten gelang es, Berwick zurückzuerobern. Alle englischen Versuche, die Stadt zurückzuerobern scheiterten. Währenddessen mußte Edward II. weitere Niederlagen hinnehmen. Die Schotten waren in der Lage, in Myton in Yorkshire ein englisches Heer zu schlagen und gleichzeitig in Westmoreland Überfälle zu starten. England war weder in der Lage, die Schotten zu schlagen, noch in der Position, um die sich immer schneller wiederholenden Überfälle zu beenden. Dennoch bestand für Schottland immer noch die große Gefahr eines englischen Gegenangriffs, der seinerseits den Süden Schottlands hätte verwüsten können. Auch die Situation König Roberts war nicht einfach. England erkannte ihn nicht als König von Schottland an und seine Dynastie war nicht gesichert, da er keinen männlichen Erben hatte und seine älteste Tochter Marjorie 1317 gestorben war.
Zusätzlich wurde seine Situation durch innenpolitischen Druck ehemalige Anhänger von John Balliol und den Comyns verstärkt. Deshalb war Robert erstens auf einen dauerhaften Frieden mit England angewiesen, um seine Position in Schottland weiter stärken zu können und zweitens war eine internationale Anerkennung seines Königtums notwendig. Jedoch scheiterten alle Versuche, mit England einen Ausgleich zu erzielen. Auch eine Anerkennung seines Königstitels war nicht zu erwarten. Seit 1317 unternahm Papst Johannes XXII. Versuche, um zwischen beiden Ländern einen Waffenstillstand zu vermitteln. Ein Grund für seine Vermittlungsversuche war wohl das Vorhaben des Papstes, einen neuen Kreuzzug zu organisieren. Das Verhältnis zwischen Robert the Bruce und der römischen Kirche war nicht einfach. Da Robert zu Beginn des Jahres 1306 seinen Hauptkonkurrenten um die Krone in einer Kirche eigenhändig umgebracht hatte, war er exkommuniziert worden. Daher fand auch sein Königtum in Avignon keine Anerkennung. Seit den Vermittlungsversuchen von Papst Johannes verschärfte sich die gespannte Lage. Der englische König unternahm alles, um sich als guten Christen darzustellen, der gegen die "gottlosen, schottischen Rebellen" kämpfen mußte.
Johannes XXII. war nicht wie sein Vorgänger Clemens V. von vornherein auf der Seite des englischen Königs. Doch von welchem Papst konnte erwartet werden, mit Wohlwollen die Sache eines Mannes zu unterstützen, der in einer Kirche einen Mord begangen hatte und der sich weigerte, päpstliche Legaten zu empfangen.
Tatsächlich waren im August oder September des Jahres 1317 zwei päpstliche Legaten in Schottland angekommen, die König Robert mit allen Ehren empfangen ließ. Die beiden Legaten übermittelten die Forderung des Papstes, nach der die Schotten einen zweijährigen Waffenstillstand mit England eingehen sollten. Zwar bestand bei König Robert der Wunsch nach einem dauerhaften Frieden mit seinem südlichen Nachbarn, jedoch weigerte er sich, mit den beiden Legaten weiter zu verhandeln, da sie ihn lediglich als "Gouverneur von Schottland" bezeichneten und nicht als König von Schottland. Robert the Bruce erwiderte den beiden Legaten, er müsse sich aus diesem Grund erst mit seinem gesamten Rat und seinen Lords beraten, um das weitere Vorgehen in dieser Sache zu planen. Aus diesem Grund weigerte sich König Robert auch, päpstliche Bullen in Schottland zu empfangen. Auch darin wurde er nicht mit seinem königlichen Titel angesprochen. Tatsächlich finden sich in unterschiedliche Anredeformen in den päpstlichen Bullen, die nach Schottland gesandt wurden. Beispielsweise wird König Robert in einem Brief des Papstes an seine päpstlichen Nuntien vom 29. Dezember 1319 als "dilectum filium Nobilem virum Robertum de Brus, Regnum Scotiae nunc regentem" bezeichnet. In einem weiteren Brief findet man die Anrede "Robertus de Brus, tunc Regnum Scotiae gubernator". Schließlich erhält Robert in einem Brief Auskunft darüber, weshalb ihm die Anerkennung seines königlichen Titels vom Heiligen Stuhl verweigert wird. In diesem Dokument wird er sogar als "Dilecto filio Roberto dicenti se Regem Scocie, et gerenti pro Rege" bezeichnet. Da Robert die päpstlichen Bullen nicht als für ihn gültig anerkannte, hielt er sich nicht an die Forderungen des Papstes. Deshalb ignorierte er den Waffenstillstand und eroberte Berwick zurück, das seit 1296 im englischen Besitz war.
Mit der Eroberung Berwicks hatte Robert the Bruce den Papst unter Mißachtung der Vermittlungsversuche zusätzlich herausgefordert. Die Reaktion auf Roberts Verhalten war voraussagbar. Papst Johannes erhob nun seine Stimme lauter gegen König Robert, sei es als Folge der letzten Vorkommnisse, oder vielleicht weil König Edward II. in Avignon die Notwendigkeit des Waffenstillstandes unterstrich, der aber von den Schotten nicht eingehalten wurde. Die Folge war die erneute Exkommunikation des schottischen Königs, ein päpstliches Interdikt, das über das gesamte Land verhängt wurde, ein Verbot für alle Anhänger Roberts und deren Verwandte bis zum zweiten Grad, ein geistliches Amt zu besetzen und die Aufforderung an englische Kardinäle, Roberts Untertanen von ihrem Treueid zu entbinden. Mit einer Bulle vom 18. November 1319 begann Papst Johannes auch Druck auf die schottische Kirche auszuüben. Die Bischöfe von St. Andrews, Dunkeld, Moray und Aberdeen wurden dazu aufgefordert, bis zum 1. Mai 1320 persönlich in Avignon zu erscheinen. Auch Robert erhielt eine solche Aufforderung. Wie die Bischöfe erhielt auch er die Zusicherung freien Geleits, weigerte sich aber, vor dem Papst zu erscheinen. Gleichzeitig wurden verschiedene englische Bischöfe dazu aufgefordert, alle Eindringlinge, die in England einfielen, sofort zu exkommunizieren - gemeint waren hier eindeutig die Schotten - und jeden Sonntag und an allen Feiertagen die Exkommunikation Roberts wegen des Mordes an John Comyn zu wiederholen.

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