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Das vorkeltische Schottland

Im Einklang mit dem Rest Nordwesteuropas wurde Schottland am Ende der großen Eiszeit, rund 7000 v. Chr., allmählich von nomadischen Völkern aus dem Süden besiedelt. Diese geheimnisumwitterten Menschen waren Jäger und Sammler, die sich Großteils wahrscheinlich in den besser zugänglichen Küstenregionen des Ostens, vom Firth of Forth zum Moray Forth, und auf den westlichen Inseln niederließen.
Der Standort der mesolithischen Siedlungen ist ein Hinweis auf zwei Hauptmerkmale der schottischen Geschichte. Erstens, die See war Verkehrsweg, nicht eine Barriere. Die echte Behinderung lag in Irland, wo die Bergmassive des Hochlandes den Transport über Land schwierig machte, wenn nicht gar unmöglich. Zweitens, die markante geographische Teilung zwischen Highland und Lowland war von allem Anfang an da und ist es heute noch. Sie hat die schottische Geschichte kulturell, sprachlich und politisch beeinflußt.

LINKS: Der Steinkreis von Brogar, ein prähistorisches Zeugnis auf Orkney

UNTEN: Stennes Stone

Die ersten Menschen, die uns einen tatsächlichen Beweis ihrer Anwesenheit in Schottland hinterlassen haben, waren neolithische oder jungsteinzeitliche Siedler, die ca. 4500 v. Chr. anzukommen begannen. Als sie schrittweise von Europa auf die Britischen Inseln vordrangen, den Pfaden ihrer mesolithischen Vorgängern folgend, konnten sie seßhafte Gemeinden etablieren, weil sie landwirtschaftliche Kenntnisse hatten. Sie wußten Getreide zu kultivieren, zu fischen und Tiere zu halten.

Dieses neolithische Eindringen war nicht einzigartig für Schottland. Tatsächlich ist es besser, Schottland nicht als separate Einheit, sondern einfach als eine regionale Einheit innerhalb der gesamten Britischen Inseln zu sehen. Die Gründe, warum Schottland später eine ausgeprägte individuelle Identität erwarb, die ihren Gipfel in ihrem modernen Status als eine eigene Nation erreichte, werden sich im Verlauf dieser Geschichte herausstellen. Im Augenblick ist es ausreichend, zu erkennen, daß das steinzeitliche Schottland uns großartige archäologische Überbleibsel wie das Ganggrab am Maes Howe auf Orkney welches auf ca. 3000 v. Chr. zurückgeht, hinterlassen hat. Die Ähnlichkeit dieses Grabmals zu anderen Ganggräbern in Irland und Wales weist auf eine gemeinsame Inselkultur hin.
Andere archäologische Überreste, die für die Siedlernatur der Steinzeitgesellschaft Zeugnis geben, sind Skara Brae auf Orkney, eines der besten Beispiele steinzeitlicher häuslicher Niederlassung in ganz Europa, und Cairpappel Hill in West Lothian. Dieses Gebiet wurde von einer Folge von Stämmen besetzt, beginnend in der Steinzeit - rund 3000 v. Chr. - und weitergehend durch die Bronzezeit in die Eisenzeit, welche in Schottland ca. 700 v. Chr. begann.

LINKS: Skara Brae
RECHTS OBEN: Maes Howe im Winter
RECHTS UNTEN: Eingang zur Maes Howe Grabkammer

Die Bronzezeit verstärkte das Muster, nun fest etabliert, in dem Schottland Teil einer Kultur im Einklang mit dem Netz der Inseln vor dem europäischen Festland war. Es hatte keine separate Identität, nicht anders als England und Wales. Bisher wurden bronzene Schmuckstücke von den gesamten Britischen Inseln als Luxusgüter auf dem europäischen Festland geführt, und wir können sicher sein, daß einige davon ihren Ursprung in Schottland hatten.
Die Bronzezeit ging in die Eisenzeit über, auf den Britischen Inseln gebracht durch eine neue Welle von Siedlern aus Zentraleuropa, den Kelten. Es ist möglich, daß die bestehenden Einwohner Schottlands selber Kelten waren, aber ihre Ursprünge sind unklar. Die neue Welle eisenzeitlicher Kelten trug alles vor sich, indem sie eine Technologie, besonders der Waffen, verwendete, ermöglicht durch die Eisenbearbeitung.

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