Willkommen Mitglieder von Flos Scotiae Galerie Bibliothek Presse
Links Gästebuch Kontakt Forum Projekte

Das Königreich Schottland

Die formelle politische Vereinigung der Pikten und Scoten gelang unter König Kenneth I. von Dal Riata um das Jahr 843, der in Folge der weiblichen Erbfolge König der Pikten wurde. Trotz allem konnte Kenneth im Piktenreich die agnatische Erbfolge der männliche Linie durchsetzen, was das Haus von Dal Riata zur Königsdynastie machte. Das Reich der Pikten und das Reich der Skoten waren unter einem Herrscherhaus vereint.
Die Beziehungen zwischen England und Schottland gestalteten sich zwischen dem 11. und späten 13. Jahrhundert sehr eng. König Edgar von Schottland (1097-1107) siedelte viele Normannen im Süden Schottlands an und erweiterte das Lehnsystem nach englischem Vorbild. Seine Nachfolger taten es ihm gleich. Viele schottische Prinzen wuchsen am englischen Hof auf oder standen in verwandtschaftlicher Beziehung zu England. Auch politische und gesellschaftliche Umstände führten dazu, das sich die beiden Länder mehr und mehr gleichten.
Im gleichen Umfang, in dem Schottland versuchte, seinen Einfluß zu erweitern, war es ständig in seinem territorialen Bestand gefährdet. Spätestens seit William dem Eroberer ließen die englischen Herrscher keine Gelegenheit aus, einen Vasallenstatus für Schottland zu begründen oder ihren Einfluß auszubauen. Gelegenheiten gab es zuhauf, da die schottischen Könige sich oftmals nicht aus innerenglischen Konflikten heraus halten wollten oder schottische Thronbewerber immer wieder englische Hilfe in Anspruch nahmen. Der Overlord-Anspruch der englischen Könige über Schottland war eine Interpretationsfrage. Die Waffenhilfe schottischer Könige für England wurde von den englischen Königen als Mannschaftsdienst verstanden, während die Schotten selbst diese Hilfe als Bündnisdienste verstanden. Die vielen Fälle, in denen England den schottischen Königen auf ihren Thron geholfen hatte und in denen das schottische Heer den Engländern unterlegen war , hatten England dazu bewogen, Schottland insgesamt als englisches Lehen zu betrachten. Doch verzichtete England im Vertrag von York 1189 auf seinen Anspruch auf Schottland und auch Papst Cölestin II. befreite 1192 die schottische Kirche vom englischen Supremat, indem er sie direkt Rom unterstellte. Dennoch verzichtete England nicht gänzlich darauf, seinen Einfluß im Norden zu sichern. Alexander III. sollte für seine nordenglischen Besitztümer auch einen Lehnseid für Schottland leisten und als der englische König Edward I. von den schottischen Guardians zum Königsmacher bestimmt wurde und sogar von Teilen des Adels als Overlord anerkannt wurde, schien für England der Vertrag von York hinfällig zu werden.
Obgleich man Edward nicht von vornherein imperialistische Pläne im Falle Schottlands unterstellen kann, darf man nicht vergessen, daß die politische Situation Schottlands in dieser Zeit gute Möglichkeiten bot, die mit der Einsetzung König John Balliols und nach dessen Aufruhr im Jahre 1296 ihren Höhepunkt erreichten. Welche Folgen den nun beginnenden Wars of Independence im Vergleich zu ähnlichen Erhebungen in Wales hatte, konnte aber keine der opponierenden Parteien erahnen.

Nach Oben!

 

 

© Created by the Reenactment Group Flos Scotiae