Willkommen Mitglieder von Flos Scotiae Galerie Bibliothek Presse
Links Gästebuch Kontakt Forum Projekte

Handfeste - Hufe

Handfeste
Urkunde, die vom Aussteller durch Handauflegen bekräftigt wurde. Dieser Schutzbrie sicherte Privilegien eines bestimmten Personenkreises. Bekannteste Anwendung ist die Verleihung des Stadtrechtes.

Handwerk
Älteste Form der gewerblichen Tätigkeit. Dem Handwerksstand gehörten nur Freie an. Für jeden Handwerksberuf entwickelten sich im 12. Jh. Zünfte, d. h., daß sich der jeweilige Berufsstand in einer Interessenvereinigung zusammenschloß. Der jeweilige Berufsstand setzte sich aus den Meistern, den Gesellen und den Lehrlingen zusammen. Die Lehrlinge erlernten das Handwerk bei einem Meister, der als einziger ausbildungsberechtigt war. Die Ausbildungszeit konnte von fünf bis zu neun Jahren andauern. Der Lehrling erhielt während dieser Zeit nur Unterkunft, Verpflegung und Kleidung, aber keinen Lohn von seinem Meister. Da Lehrstellen sehr begehrt waren, war es sogar üblich, daß die Eltern eines Lehrlings bei Ausbildungsbeginn dem Meister eine Zahlung zu leisten hatten, das sog. Lehrgeld. Die Gesellen waren Facharbeiter, die nach bis zu neunjähriger Ausbildung als Lehrlinge diesen Rang erhielten. Gesellen erhielten einen Lohn vom Meister und hatten das Recht ihre Anstellung zu wechseln. Sie waren mit Erhalt ihres Ranges befähigt, eigenverantwortlich Arbeiten für ihren Meister zu übernehmen. Um Meister zu werden, mußte ein Geselle all das beherrschen, was auch sein Meister konnte. Erst dann durfte er die Meisterprüfung ablegen, indem er ein sog. Meisterstück anfertigte. Bestand er die Prüfung, war er von nun an Meister, konnte selber Lehrlinge ausbilden und einen eigenen Betrieb eröffnen.

Hanf
Aus Mittelasien stammende Pflanze, die schon im Mittelalter in Europa angebaut wurde. Aus den Fasern der zwei bis drei Meter hohen Stengel wurden Seile hergestellt. Die Pflanzensamen dienten als Mittel gegen Schmerzen.

Harnisch
(Küraß) Panzerung des Oberkörpers.

Häresie
Im Griechentum und im Hellenismus Bezeichnung für ein Bekenntnis religiösen oder politischen Inhalts und für eine wissenschaftlichen Denkweise. Der Begriff wurde im frühen Christentum zunehmend im Sinne einer willkürlichen Auswahl aus dem Lehrgut der Kirche und einer Abweichung von deren Dogma verwendet. Damit gewann er eine Bedeutung, die identisch ist mit dem im Mittelalter aufkommenden Begriff der Ketzerei. - Im katholischen Verständnis ist Häresie eine schwerwiegende Abweichung vom christlichen Glauben; im protestantischen Verständnis gilt als Häresie, was die Wahrheit des Evangeliums entscheidend verkürzt oder entstellt.

Hauberk
Kettenhemd, ursprünglich nur ein Halsschutz.

Haushaltsfamilie
Eine Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft, die sich nicht nur aus Eltern, Kindern und Blutsverwandten zusammensetzt, sondern zu der auch die Knechte, Mägde, Gesellen, Lehrlinge und Dienstboten im Haus gehören. Sie alle unterstehen der Gewalt des Hausherrn.

Hellebarde Oder Helmbarte
Eine Kombinationswaffe aus Speer und Streitaxt. Sie hatte ein scharfes Blatt mit rückwärtigem Stachel und war auf einem Schaft montiert.

Heymlich Gemach
Abort, ins Mauerwerk eingelassen oder auskragend.

Heerbann
Aufforderung eines Herrschers an seine Gefolgsleute, mit ihm in den Krieg zu ziehen und Truppen zu stellen. Bei Nichtbefolgung drohten den Untreuen Strafen und Bußen.

Heraldik
Die Heroldskunst. Wappenkunde, die im 12. – 13. Jh. entstand. Da die Ritter durch immer stärkere Rüstungen und Vollvisierhelme nicht mehr voneinander zu unterscheiden waren, wurden persönliche Zeichen, die sog. Wappen eingeführt, um die Kämpfer in einer Schlacht unterscheiden zu können. Das Wappen wurde neben der Flamme auf dem Schild geführt (Wappen = Schildzeichen). Die Heraldik legte genau fest, wie ein Wappen aufgebaut sein mußte sowie welche Farben und Farbkombinationen zulässig waren. Ein Wappen bestand aus dem geometrisch aufgeteilten Hintergrund, dem sog. Heroldsbild, und einem Symbol im Vordergrund, der sog. Gemeinen Figur.

Herold
Da die Wappen recht umfangreich aufgebaut sein konnten und zudem strengen Regeln unterworfen waren, entstand der Beruf der Herolde, die Spezialisten der Wappenkunde waren. Sie kündeten u.a. beim Turnier die Kombattanten an.

Heroldsbild
Geometrisch aufgeteilter Hintergrund des Wappens eines Ritters.

Herrenhof Oder Fronhof
Das Zentrum der Wohn- und Wirtschaftswelt eines Grundherren; seine Rechte umfaßten nicht nur das Land, sondern auch die zu ihm gehörenden Bauern.

Herzog
In altgermanischer Zeit ein für den Kriegsfall gewählter Anführer einer Völkerschaft, später der militärische Anführer seines Herzogtums.

Hofrecht
Sonderrecht einer Grundherrschaft.

Holzgeld
Abgabe (Steuer) die der Leibeigene dem Grundherrn für das Sammeln von Brennholz zahlen mußte.

Honig
Hauptsüßstoff im Mittelalter, da Zucker importiert werden mußte und somit teuer war.

Hufe
Seit dem 8. Jahrhunderts. wird die bäuerliche Wirtschaftseinheit aus Haus, Hof, Acker- und Wiesenland und Allmendnutzungsrechten Hufe bezeichnet. Dienste und Abgaben lasteten auf ihr und nicht auf der Person des Bauern. Bereits gegen Ende des 8. Jahrhunderts wurde die Hufe auch zur Maßeinheit, jedoch von unterschiedlicher Größe. In der Regel scheint man mit 30 Morgen pro Hufe gerechnet zu haben.

Nach Oben!

 

 

© Created by the Reenactment Group Flos Scotiae