|
Fachwerk
- Futterabgabe
Fachwerk
In der Architektur Holzrahmen-konstruktion, bei der die Zwischenräume
mit Lehm, Ziegelsteinen oder Naturstein ausgefüllt sind.
Fahrender
Händler
Kaufmann, der mit seinen Waren durch das gesamte Land reiste. Oftmals
hatten die Fahrenden Händler einen schlechten Ruf, denn eine
spätere Beanstandung ihrer Waren, welche sie als beste Qualität
anpriesen, war fast unmöglich, da sie sich bereits am nächsten
Tag an einem anderen Ort befanden.
Falchion
Breites, beilähnliches Schwert.
Falkner
Ausbilder und Trainer der Raubvögel eines Adligen, die zur
Beizjagd genutzt wurden. Da sich diese Tiere nur schwer an den Menschen
gewöhnen, trennte sich der Falkner so gut wie nie davon.
Fallgatter
Eisenbeschlagenes Gitter aus Holz, das von oben in den Haupttorweg
herunter gelassen werden konnte. Oft wurden sowohl am Eingang als
auch am Ausgang des Torwegs Fallgatter eingerichtet, um Angreifer
in eine Falle locken zu können.
Fastentage
Im Mittelalter von der kath. Kirche angeordnete Tage, an denen kein
Fleisch gegessen werden durfte. Neben der Fastenzeit kamen zusätzlich
die Wochentage Dienstag, Freitag und Samstag hinzu.
Faustschild
Siehe Buckler
Federkiel
Schreibgerät aus dem Schaft einer Feder.
Fehde
Außergerichtliche gewaltsame Auseinandersetzung, in der einer,
der ein Unrecht (ein Verbrechen usw.) erlitt, sich an dem, der es
ihm zufügte, zu rächen versucht. An der Fehde sind in
der Regel die Familien, Sippen oder Gefolgschaften der Streitenden
mitbeteiligt. Alle Waffenfähigen (Adlige, Freie, Städte)
konnten sich durch die Fehde selber Recht verschaffen.
Fehdehandschuh
Der, der sich beleidigt fühlt, wirft demjenigen, der die Beleidigung
ausgesprochen hat, seinen Handschuh hin. Damit wird die Herausforderung
zu einer Satisfaktion angezeigt. Nimmt man den Handschuh vom Boden
auf, nimmt man die Herausforderung an, wenn nicht gilt man als feige.
Feudalismus
Staats– und Gesellschaftsform des Mittelalters, die Herrschaft
einer sich auf Grundbesitz stützenden adligen Oberschicht,
die zusätzlich besondere Verwaltungsvorrechte gegenüber
der landlosen Bevölkerung besaß.
Feuerprobe
Art eines Gottesurteils, bei dem der Beschuldigte ein glühendes
Eisenstück mit den Händen tragen mußte. Schaffte
er die vorgesehene Strecke, ohne Brandwunden zu erhalten, galt er
als unschuldig. Gewicht des Eisens und Wegstrecke waren von der
schwere des Verbrechens abhängig.
Fiorino
(Florin)
Goldmünze, erstmals geprägt im Jahr 1252 in Florenz.
Flamme
Wimpel an der Lanze eines Ritters. Seit dem 12. Jh. üblich
und mit den persönlichen Farben und Zeichen des Trägers
versehen.
Flegel
Aus einem Dreschflegel gebildete Waffe; sie bestand aus einem Schaft,
an den ein stacheliges Blatt geschmiedet war.
Fohlen
Folterinstrument zur Streckung der Glieder, das die Form eines Pferdes
aufweist. Vom ihm leitet sich das deutsche Wort "Folter"
ab.
Franke
Mitglied eines der miteinander verbündeten germanischen Stämme
aus der Rheingegend, die im 6. Jahrhundert sehr mächtig wurden.
Freie
Personen im Mittelalter, die im Gegensatz zum Leibeigenen von einem
Grundherrn (d.h. Adligen) persönlich unabhängig, also
frei waren. Sie konnten selbst über ihren Wohnort, ihren Ehegatten,
ihre beruflicher Tätigkeit und deren Ausübungsregeln bestimmen.
Rechtlich waren sie besser vor willkürlichen Übergriffen
der Adligen geschützt als die Leibeigenen.
Freibauer
Bauer, der eigenes Land besaß oder gepachtet hatte. Im Gegensatz
zum Leibeigenen war er nicht vom Grundherrn persönlich abhängig.
Dies beinhaltete die freie Wahl des Wohnorts, des Ehegatten und
der Auftragsarbeiten für andere. Er konnte nicht willkürlich
verhaftet und bestraft werden.
Freie
Erbleihe
Bei dieser Leiheform, bei der man nur geringen oder keinen Zins
leisten mußte, konnte man relativ frei über den geliehenen
Boden verfügen und ihn auch an seine Söhne weitervererben.
Fresko
Auf frischem, noch feuchtem Putz ausgeführte Malerei.
Frondienst
Jeder Leibeigene mußte seine Arbeitskraft für eine bestimmte
Anzahl von Tagen im Jahr seinem Grundherrn unentgeltlich zur Verfügung
stellen. Unabhängig davon mußte er zusehen, daß
die restliche Zeit ausreichte, um seinen eigenen Lebensunterhalt
zu bestreiten.
Frühmette
Aufeinanderfolge dreier Hymnen, dreier Psalmen und dreier Lektionen,
gesungen von Mönchen zur ersten der sieben kanonischen Stunden.
Frühmittelalter
Periode des geistigen, politischen und gesellschaftlichen Niedergangs
in Europa zwischen den Jahren 476 und 1000 n. Chr.
Fuder
Früher benutztes Hohlmaß, das nicht mehr bestimmbar ist.
Fussvolk
Bezeichnung für alle Soldaten, die nicht beritten waren, also
Infanterie und Bogenschützen.
Futterabgabe
Abgabe (Steuer) der Leibeigenen an den Grundherrn in Form von Getreide
für dessen Pferde.
|