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Ablass - Axteisen

Ablass
Einem Gläubigen wird nach Reue und Sündenbeichte nach Zahlung eines bestimmten Geldbetrages ein Teil seiner auf Erden sowie vor allem im Fegefeuer abzuleistenden Sündenbußen erlassen. Die Ablässe waren für den Papst, die Kirche und später auch die weltlichen Herrscher, die sich in das Ablaßgeschäft eingeschaltet hatten, eine sehr ergiebige Geldquelle.

Abt
Klostervorsteher.

Abtei
Von einem Abt geleitetes Mönchkloster, von einer Äbtissin geleitetes Nonnenkloster.

Äbtissin
Vorsteherin eines Nonnenklosters.

Adel
Hervorgehobene gesellschaftliche Gruppe, die sich bewußt z.B. von den Bürgern der Stadt und Bauern abhob. Im Mittelalter zeichnete man sich vor allem durch Grundbesitz, aber auch durch Geburt und erbliche Vorrechte als Adliger aus.

Aderlass
Meist gegen alle Krankheiten angewendete Standardheilmethode, bei der dem Patienten eine Vene geöffnet wird, um die Krankheit mit dem Blut herausfließen zu lassen. Welche Vene (und an welcher Stelle) geöffnet wurde hing von der Stellung der Gestirne, des Mondes und der Jahreszeit ab.

Alaunt
Starker Jagdhund.

Alchemie
Vorläufer unserer heutigen Wissenschaft Chemie. Bei der Suche nach dem "Lebenselixier" und dem Versuch der "Goldherstellung" aus anderen Metallen, entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte erste wissenschaftliche Arbeitstechniken und Arbeitsgeräte.

Allerheiligen
Katholischer Feiertag zu Ehren aller Heiliger, begangen am 1. November.

Allerseelen
Katholischer Feiertag zum Gedächtnis aller verstorbener Gläubigen, an dem für die Seelen im Fegefeuer gebetet wird, begangen am 2. November.

Allmende
Die Allmende war der gemeinsame Besitz der Dorfbewohner im Mittelalter. Wasser (Fischteiche, Trinkwasser), Weide und ein Teil des Waldes konnten von allen Dorfbewohnern benutzt werden, später durch Angehörige einer politisch bevorrechteten Klasse

Almosen
Spenden für die Armen. Da es als edel galt den Armen zu helfen, wurden Almosen oft in Form von übriggebliebenen Lebensmitteln nach einem Fest verteilt.

Almosenpfleger
Von einem Adligen beauftragte Person, welche die Almosen an die Ärmsten der eigenen Bevölkerung verteilte.

Altar
Erhöhter Aufbau für gottesdienstliche Handlungen in christlichen Kirchen, häufig in Form des Tischaltaltars.

Amme
Frauen, die nach der Geburt eines eigenen Kindes ein fremdes Kind stillen. Diese Frauen werden bisweilen auch als Säugammen bezeichnet, in Abgrenzung zu den Trockenammen, einer veralteten Bezeichnung für Kindermädchen.

Anderthalbhänder oder Bastardschwert
Der Anderthalbhänder ist durch die zunehmende Verstärkung der Rüstungen im 14.Jhd. entstanden. Der längere Griff ermöglicht eine zu Hilfenahme der zweiten Hand um so mehr Kraft auszuüben, der Ort lief spitz zu um in die Lücken zwischen den Panzerplatten zu stechen. Ein übliches Bastardschwert wiegt ca. 1,5-2 kg und ist zwischen 1,10m und 1,30m lang. Diese Form des Schwertes hatte durch den Wegfall des Schildes eine Steigerung der Fechtkunst zur Folge.

Angstloch
Meist runde Öffnung oberhalb des Verlieses (im Bergfried), durch die ein Gefangener mit Hilfe eines Seils, einer Leiter o. ä. hinabgelassen wurde. Ihr Durchmesser betrug etwa einen Meter, oft wurde sie mit einer Steinplatte oder einer Holztür verschlossen.

Armbrust
Schußwaffe mit höherer Durchschlagskraft als Pfeil und Bogen, aber von ähnlichen Aussehen, verfügt über eine Rinne in der aus Holz oder Metall gefertigten Säule, um darin einen Pfeil oder ein anderes Projektil zu führen.

Armet
Visierhelm mit aufklappbarem Gesichtsschutz.

Armröhre
Röhrenförmige Platte zum Schutz des Armes

Armzeug
Panzerung des ganzen Armes.

Astrolabium
In der Hand zu haltendes Instrument zur Beobachtung der Position der Sonne und anderer Himmelskörper.

Ätzender Kalk
Variante des bei einer Belagerung von den Verteidigern üblicherweise benutzten heißen Öls oder Pech. Siedendes Wasser wird mit ungelöschtem Kalk versehen und auf den Angreifer geschüttet. Dies verursacht schwere Verätzungen.

Auld Alliance
Allianz zwischen Frankreich und Schottland.

Ausfallstor
Kleines Tor einer Festung von dem aus die Verteidiger Überraschungsangriffe führen konnten. Meistens war es oben im Mauerwerk angelegt und wurde über eine Leiter verlassen.

Ausgühen
Angewendete Technik nach dem Schmieden von Eisen, um eine stärkere Erhärtung der Oberfläche des Metalls zu erhalten. Das fertig geschmiedete Werkstück wird im letzten Arbeitsgang ganz langsam erhitzt und so bruchfester und härter.

Aussätziger
Erkrankte Person, die von der Gesellschaft ausgeschlossen wurde. Ursprünglich handelte es sich ausschließlich um an Lepra erkrankte Menschen. Der Begriff wurde aber mit der Zeit auf alle Kranken angewendet, die von der Bevölkerung gemieden wurden. Die Kranken mußten Rasseln tragen, um andere frühzeitig vor ihrem Erscheinen zu warnen.

Aussenwerk
Der Hauptverteidigungsanlage (Burg) vorgelagerte zusätzliche Befestigung.

Autodafé
Feierliche Verkündigung und anschließende Vollstreckung eines von einem Gericht der Inquisition gefällten Urteils (Freispruch oder Tod durch Verbrennen).

Aventail
Metallener Nackenschutz für Beckenhaube oder Visierhelm.

Averroismus
Theologisch-philosophische Richtung insbesondere des 13./14. Jh., die sich der Aristotelesinterpretation und Lehre des Averroes anschließt. Der "reine A." ist gekennzeichnet durch Übernahme 1. des Primats der Vernunft vor der Theologie und dem Glauben. 2. des Monopsychismus, 3. des psychologischen Determinismus, der eine moralische Verantwortung für das Handeln ablehnt und 4. der Lehre von der Ewigkeit der Welt. Als Averroisten in diesem Sinne können Johannes von Jandun (~1286-1328) in Paris und Angelus von Arrezzo in Bologna gelten.

Axteisen
Langschäftige Waffe mit einer Axt oder einem Hammer als Kopf.

 

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